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Lebenslinien – Mahbuba Maqsoodi gestaltet neuen Ort der Stille im Kloster Reute
Lebenslinien – Mahbuba Maqsoodi gestaltet neuen Ort der Stille im Kloster Reute

Die Jury des zweistufigen Kunstwettbewerbs hat entschieden, den ersten Preis einer Künstlerin zu geben, die große Kunst nach Reute bringt. Die international bekannte Künstlerin Mahbuba Maqsoodi konnte den Kunstwettbewerb zur Gestaltung des neuen Orts der Stille mit einem starken Konzept für sich entscheiden.

Das künstlerische Konzept von Mahbuba Maqsoodi hat überzeugt – mit einer berührenden und starken Bildsprache, die Lebenslinien von den fünf Gründerinnen der Gemeinschaft, den biblischen Wurzeln franziskanischer Spiritualität bis hin zum Leben der seligen Guten Beth spannt. „Mit Mahbuba Maqsoodi haben wir eine Künstlerin mit einem herausragenden Renommee gewonnen, die die gestellte Aufgabe künstlerisch rundum überzeugend umgesetzt hat“, sagt Generaloberin Sr. Maria Hanna.

Highlight für Reute und die Region

Ihre künstlerische Idee möchte Mahbuba Maqsoodi in einem Zyklus von Glas- und Glasmosaikarbeiten gestalten, die in den fünf Räumen des Orts der Stille unterschiedliche Lebensthemen ansprechen und reflektieren. Dafür wählte sie in ihren Wettbewerbsentwürfen starke Bilder und leuchtende Farben. Das Kunstprojekt soll mit der Unterstützung von Stiftern und Förderern realisiert werden.

Lebenslinien - das künstlerische Konzept

Lebenslinien - das künstlerische Konzept

„Die Lebenslinien ziehen sich wie ein roter Faden durch alle Räume. Sie erscheinen als Glasmosaike, die sich unprätentiös in Böden, Wänden und das Gewölbe integrieren. Trotz fester Konsistenz der Materialien sind sie nicht statisch. Vielmehr entfalten sie ihre Schönheit im Wechselspiel von Licht, Bewegung und Blickwinkel. So wie sich das Leben selbst stets wandelt, offenbaren sich die Lebenslinien als lebendiges Gewebe, das Menschen miteinander verbindet. Jede einzelne Mosaikfläche ist in sich abgeschlossen, alle zusammen bilden jedoch eine Einheit.

Die Lebenslinien sind Sinnbild für die Vielfalt menschlicher Biografien, die im gemeinsamen Glauben und in der franziskanischen Spiritualität wurzeln und zusammenfinden. So entsteht Vielfalt in der Einheit. Die Lebenslinien sollen nicht nur die verschiedenen Räume des Klosters, sondern vor allem die Herzen der Menschen verbinden. Sie stehen für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, für die Pionierinnen von Reute, für die heutige Gemeinschaft und für die Generationen, die noch folgen werden.“

Mahbuba Maqsoodi

Die Arbeit spricht mit ihrer starken Farben- und Bildsprache sofort an. Sie ist unter das Leitwort “Lebenslinien” gestellt. Diese Lebenslinien ziehen sich vom Ort der Gründerinnen mit im Putz eingelassenen Glasfragmenten durch alle Räume.

Die Idee, mit Glasmosaiken auf einem Spiegelträgermedium zu arbeiten, über das der Betrachter zum Teil des Kunstwerks wird, fasziniert in dieser gedanklichen und künstlerischen Tiefe.

Die Künstlerin hat ein klar nachvollziehbares, durchgängiges Gesamtkonzept erarbeitet, das mit Tiefe, Farbreichtum und Emotionalität überzeugt.

Der Raum der Gründerinnen thematisiert Attribute der ersten Schwestern, die in farbigen Glasfenstern über Hände und unterschiedliche Handhaltungen ausgedrückt und ans Licht gebracht werden. Diese Gestaltungsidee lässt die Auseinandersetzung mit den Wurzeln der Gemeinschaft erkennen.

In den anschließenden Kabinetten wechselt der Fokus der Gestaltung von den Fenstern hin zu den Wänden. Drei wandfüllende Glasmosaike illustrieren in ihrer unterschiedlichen Farbigkeit und Mehrdimensionalität der Darstellung auf faszinierende Weise die Themen Weg, Wahrheit und Leben. Hier wird die Auseinandersetzung mit dem Raum erkennbar, die Kunst durchdringt die Räume sehr durchgängig und in großer Dichte. Die Gestaltung eröffnet stets mehrere Ebenen und Tiefen, wirft Fragen auf, ermöglicht Antworten – und bildet gleichwohl ein Raumkontinuum.

Der anschließende Brunnengang wirkt in der zweidimensionalen Darstellung zuerst stark verdichtet. Die Darstellung des Lebensquells, in dem zwei Hände zur Quelle werden, aus der sich in Tau-Form menschliche Konturen herausschälen, lebendiges Wasser werden, ist sehr stark umgesetzt. Die Gestaltung der Brunnenseite überfordert im ersten Augenblick.

In der anfänglichen Schlichtheit im Stollengang entfaltet sich durch die Lebenslinien entlang der Wände und des Gewölbes eine Sogwirkung, die die Blicke zur Abschlusswand förmlich hinreißt. In diesem Fixpunkt ist die Gute Beth abgebildet, offenbar im Feuer stehend, regelrecht entzündet.

Durch alle Räume hinweg ist hier eine klare Handschrift erkennbar, die sich sensibel mit dem Ort und der Aufgabenstellung auseinandergesetzt hat. Die Gestaltung spricht zu Menschen – sie bietet über die Darstellung in Personen und Händen ein gegenüber, welches zur Selbstreflektion einlädt. Die Farbigkeit nimmt den Räumen die Schwere und erzeugt in den unterschiedlichen Räumen eine je eigene Wirkung, ob sie von derselben Handschrift geprägt sind. Dabei spricht jedes Bild für sich. Die Raumgestaltung der Tonnengewölbe wirkt neben den großen Glasmosaikbildern sehr zurückhaltend, Sitzmöglichkeiten sind bislang nicht angedacht, jedoch in der Umsetzung wünschenswert

Insgesamt hat die Künstlerin eindeutig ein Gesamtkunstwerk angeboten, stark aufgeladen, emotional, an die Besucher bestimmt hervorragend vermittelbar sowohl bei Führungen wie auch im alleinigen Erfahren.Dieses Konzept kann Reute eine große Strahlkraft verleihen, hat die Chance zu den Besuchern zu sprechen und ist durch den großen Bezug zu den Gründerinnen und der guten Beth nur im Kloster Reute in dieser Gestaltungsausführung vorstellbar.

Mit dem Konzept „Lebenslinien“ wird der „Ort der Stille“ zu einer künstlerisch-spirituellen Komposition, die Besucherinnen und Besuchern einen mehrdimensionalen Zugang ermöglicht – visuell, akustisch und sinnlich.

Die Hände der Gründerinnen stehen für Mut, Einfachheit, Offenheit, Liebe und Hingabe. Die drei Kabinetträume öffnen Portale zu Weg, Wahrheit und Leben. Der Brunnenraum wird zum Zielpunkt, an dem Wasser als Quelle des Lebens erfahrbar wird.

Der Gang der Guten Beth schließlich verbindet Geschichte, Legende und spirituelle Erfahrung. So verweben die Lebenslinien Vergangenheit und Zukunft, verbinden Räume und Menschen und lassen den franziskanischen Geist sichtbar, hörbar und spürbar werden. Als Einladung zum Ankommen, Aufbrechen und Weitergehen, ganz im Sinne der Klostergemeinschaft.

Im Raum der Gründerinnen widmen sich fünf zeitgenössisch kunstverglaste Fenster den fünf

Frauen, die den Grundstein für die Gemeinschaft des Klosters legten. Die Bildsprache ist von der

Symbolik der Hände geprägt. Hände, die Mut fassen, Hände, die geben und empfangen, Hände,

die dienen und segnen. „In deine Hände befehle ich meinen Geist“, dieses biblische Wort wird hier

zur Chiffre für Vertrauen, Hingabe und schöpferische Kraft. In ruhigem Blau gehalten, das sich ins

Gelb öffnet, strahlen die Fenster Geborgenheit und Hoffnung aus. Das natürliche Licht verändert

seine Wirkung im Verlauf des Tages, während am Abend behutsam gesetzte künstliche

Lichtquellen die Stimmung tragen.

 

Die anschließenden drei Kabinetträume prägen vollflächige Glaskunstwerke an den Stirnwänden. „Weg“, „Wahrheit“ und „Leben“ sind die Themen der raumwirksamen Kunstwerke. Mundgeblasene Echtantikgläser, auf Spiegelglas laminiert, schaffen eine leuchtende Tiefenwirkung.Durch die Spiegelung werden die Besucherinnen und Besucher selbst Teil des Kunstwerks, die Themen eröffnen sich ihnen wie Portale.

„Weg“ zeigt sich als durchscheinender Pfad, den leuchtende Gläser bilden. Er symbolisiert Aufbruch. „Ich bin der Weg“. Wer hier verweilt, sieht sich selbst im Spiegel des Unterwegsseins.

„Wahrheit“ entfaltet sich in einer Komposition aus klaren, verspiegelten Gläsern, die das Licht bündeln und brechen. „Die Wahrheit wird euch frei machen“. Wahrheit erscheint hier niemals abstrakt, sondern fordert die persönliche Begegnung.

„Leben“ schließlich zeigt sich als warmer Strom aus goldfarbigen und grünen Gläsern, die wie pulsierende Linien wirken. „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“. In diesem Raum wird die Lebendigkeit selbst spürbar. Durch alle drei Räume ziehen sich die Lebenslinien und verbinden sie so zu einer Gesamterfahrung, einer Einheit.

Der Brunnenraum unter der Apsis avanciert zum spirituellen Höhepunkt der inneren Reise. Das Wasser des Gut-Beth-Brunnens wird in einem schlichten, künstlerisch gefassten Becken aufgefangen. Das Mosaik um den Brunnen setzt sich in Teilen an der Wand fort, sodass der Brunnen sich nahtlos in den Raum fügt.

Auf der gegenüberliegenden Wandseite entfaltet ein großformatiges Mosaikbild mit zwei aufeinander zeigenden, von fließendem Wasser umgebenen Händen seine Symbolik. Das Bild verweist auf das Taukreuz, das franziskanische Zeichen der Demut und des Segens. Wassergeräusche, reflektierendes Licht und die Mosaiklinien an Wänden und Boden verwandeln den Raum in eine Quelle der Stille und Kraft.

Im Kirchenraum über dem Brunnen erhebt sich der Altar. Eucharistie und Lebensquelle verbinden sich so zu einer Einheit.

Betritt man den Gang der Guten Beth, so gelangt man in einen meditativen Übergangsraum.

Am Boden nahe dem historischen Stein verdichten sich die Lebenslinien zu einem flächigeren Mosaik und lenken so den Blick zum Wasser und zu den alten Wandmalereien. Hier entfaltet sich die mystische Erfahrung der Guten Beth, die in der Verbindung von Wasserquelle und Christus als Quelle des Lebens ihre Prägung fand. Ein leiser Klang, inspiriert von der Vogelstimme, die Beth der Überlieferung nach die Quelle offenbarte, begleitet den Raum und schafft eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Vision und Erfahrung, Drinnen und Draußen.

Neuigkeiten

Neuigkeiten

Lebenslinien – großartige Kunst für das Kloster Reute war vorab in München zu erleben. Eine exklusive Werkstattschau und ein Galerieabend in der Bayerischen Hofglasmalerei Gustav van Treeck in München am 16. und 17. Juli 2026 gaben seltene Einblicke in die Entstehung des außergewöhnlichen Kunstzyklus der international bekannten Künstlerin Mahbuba Maqsoodi für den neuen Ort der Stille im Kloster Reute.

Der Kunstwettbewerb

Der Kunstwettbewerb

Die Gestaltung des Orts der Stille wurde in einem viel beachteten Kunstwettbewerb ausgelobt.

In die zweite Runde wurden Mahbuba Maqsoodi, Christian Tschersich, tOmi Scheiderbauer, Jaroslav Drazil und Eichler & Arnold eingeladen. Die fünf Wettbewerbsbeiträge aus der Endrunde des Wettbewerbs finden Sie hier.

Projektpartner

Künstlerisches Konzept

Mahbuba Maqsoodi

Ausführung

Gustav van Treeck Werkstätten
für Mosaik und Glasmalerei GmbH

Architektur Ort der Stille

Braunger Wörtz Architekten

Lichtdesign

507nanometer, Matthias Singer

Projektpartner

Künstlerisches Konzept

Mahbuba Maqsoodi

Ausführung

Gustav van Treeck Werkstätten
für Mosaik und Glasmalerei GmbH

Architektur Ort der Stille

Braunger Wörtz Architekten

Lichtdesign

507nanometer, Matthias Singer

Medien

Medien

Exposé "Lebenslinien

Exposé "Lebenslinien

Eine ausführliche Beschreibung des Kunstprojekts „Lebenslinien“ finden Sie im begleitenden Exposé zum Projekt. Sie können das Exposé als PDF herunterladen. Gerne beraten wir Sie über die Möglichkeiten, sich für das Kunstprojekt zu engagieren.

Videos

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Galerie

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Ansprechpartner

Claus Mellinger

Projektkoordinator, Leiter der Stabsstelle Projektmanagement & Public Relations

Telefon: 07524 708-201

Email: mellinger@kloster-reute.de

Julia Pryss

Referentin Fundraising & Marketing

Telefon: 07524 708-202

Email: pryss@kloster-reute.de